Nach vier Jahren Pause war Ezra Furman endlich wieder in München zu erleben – ein lange erwartetes Wiedersehen. Seit 2010 begleite ich sie musikalisch und es ist bewegend, diese Wandlung und dieses Aufblühen über all die Jahre miterlebt zu haben. Ezra Furman steht heute selbstbewusster denn je auf der Bühne, ohne dabei an Verletzlichkeit zu verlieren.
Das Konzert war deutlich politisch geprägt. Furman warnte eindringlich vor dem Erstarken faschistischer Kräfte und mahnte, dass wir uns auch hier in Deutschland darauf vorbereiten müssen – mit Blick auf die USA, ihr Herkunftsland, wo sie als Transfrau leider viel Sachen erfahren musste. Diese Worte wirkten nicht wie ein eingeschobenes Statement, sondern wie ein notwendiger Teil ihrer Kunst.
Das Publikum spiegelte diese Haltung wider: altersmäßig sehr gemischt, zugleich sichtbar bunt und marginalisiert – ein Raum, in dem sich viele sicher und gesehen fühlen konnten. Von der ersten Note an war spürbar, dass Ezra Furman ihre Musik nicht einfach spielt, sondern fühlt. Wut, Traurigkeit, Zärtlichkeit und Trotz lagen offen auf der Bühne, ungefiltert und ehrlich.
Spätestens seit ihrer Arbeit am Soundtrack der großartigen Serie Sex Education hat Furman die Aufmerksamkeit bekommen, die sie längst verdient. Umso bedauerlicher war es, dass die Lichtgestaltung an diesem Abend nicht optimal war: Zu oft blieb ihre Mimik im Halbdunkel, wodurch manche der intensiven Gefühle nicht die visuelle Unterstützung bekamen, die sie verdient hätten.
Musikalisch und emotional jedoch war der Abend ein starkes Statement – eines, das noch lange nachhallt.






















22.01.2026 | Technikum | München
© t u n e a r t / Käthe deKoe





