Romano

Schon vor dem eigentlichen Beginn des Konzerts von Romano wurde klar, dass dieser Abend kein gewöhnlicher werden würde. Da es keinen Support-Act gab, hatten die Besucher die seltene Gelegenheit, die Bühne in aller Ruhe zu betrachten – und dabei erste Hinweise auf das zu erhaschen, was sie erwartete. Ein Roll-up mit einer skurrilen Anatomiezeichnung unter der Überschrift „Romano Körper“, von der Decke hängende Seile, die zu einem Zopf geflochten waren – seinem Markenzeichen – sowie gebogene Spiegel links und rechts, wie man sie vom Volksfest kennt, ließen bereits eine Mischung aus Absurdität, Kunst und Humor erahnen.

Als Romano schließlich – leicht verspätet, sehr zum spürbaren Unmut der ungeduldigen, aber erwartungsvollen Fans – die Bühne betrat, zog er mit einem überdimensionalen roten Mantel sofort alle Blicke auf sich. Schnell wurde deutlich: Outfits sind ein zentraler Bestandteil seiner Performance. Gefühlt zu jedem Song wechselte er sein Erscheinungsbild und unterstrich damit die jeweilige Stimmung auf visuelle Weise.

Dabei merkt man deutlich: Romano liebt das Schauspielern. Seine Auftritte sind keine bloßen musikalischen Darbietungen, sondern kleine Rollen, in die er mit sichtbarer Freude schlüpft. Dass ihm das liegt, zeigt sich auch abseits der Bühne – aktuell ist er in der Serie Kacken an der Havel als Nagelstudiobesitzer zu sehen, eine Rolle, die seinen Hang zum Skurrilen und Überzeichneten perfekt widerspiegelt.

Gleich zu Beginn machte er klar, worum es ihm an diesem Abend ging: den Alltag und all seine Probleme für eine Weile hinter sich zu lassen und einfach den Moment zu genießen. Dieses Versprechen zog sich konsequent durch die Show. Jeder Song wurde von einer kleinen Anekdote oder augenzwinkernden Geschichte begleitet, die das Publikum nicht nur unterhielt, sondern auch eine persönliche Nähe zum Künstler herstellte.

Besonders eindrucksvoll war die Vielfalt seiner Inszenierungen: Mal trat er in einer Art schwarzem Papst-Outfit auf, ergänzt durch einen überdimensionierten Schuh für „Fuß des Tabanaka“, mal erschien er mit barocker Perücke für „Versailles“ und ging völlig in der Rolle auf. Diese Liebe zum Detail und die Bereitschaft, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen, machten den Abend zu einem einzigartigen Erlebnis.

Was Romano hier bot, war weit mehr als ein klassisches Konzert – es war eine Mischung aus Zirkus, Theater und Musikshow, durchzogen von Humor und kreativer Exzentrik. So viel spielerische Unterhaltung und unbeschwerte Freude hat man auf einer Bühne selten gesehen.

17.03.2026 | Strom | München

© t u n e a r t / Käthe deKoe