Franz Ferdinand im Zenith München – Nostalgie, Hits und ein Hauch von Vergangenheit
Mit den beiden eher unbekannten Support-Acts The Great Leslie und Irnini Mons wurde das Publikum im Zenith auf einen Abend eingestimmt, der von Anfang an unter hoher Erwartung stand. Als schließlich Franz Ferdinand die Bühne betraten, war die Spannung im Raum deutlich spürbar.
Bereits beim letzten München-Konzert in der Muffathalle bewiesen sie ihre Live-Qualitäten – und auch dieses Mal, ähnlich wie schon 2013, knüpften sie im Zenith daran an. Frontmann Alex Kapranos eröffnete den Abend auf seine ganz eigene Art: mit einem Foto des Publikums – ein Moment, der sofort Nähe schuf.
Fast schon ein Heimspiel: Der ehemalige Gitarrist Nick McCarthy lebt mittlerweile in München, und besonders zu Zeiten des Atomic Cafe war die Band prägend für die lokale Indie-Szene. Umso größer war die Hoffnung vieler Fans, McCarthy würde zumindest kurz auf die Bühne zurückkehren – ein Wunsch, der jedoch unerfüllt blieb.
Auffällig war auch das Publikum: sichtbar gereift, etwas ruhiger als früher. Statt ausgelassenem Springen dominierte zunächst eher ein kollektives Mitwippen. Auch Kapranos selbst wirkte zurückhaltender als noch am Vorabend in Wien – auch mit Tee auf der Bühne. Dennoch tat das der Atmosphäre keinen Abbruch.
Seit dem Weggang von McCarthy und Paul Thomson wirkt die Band stärker auf Kapranos zugeschnitten – fast wie sein musikalischer verlängerte Arm. Doch genau das funktionierte erstaunlich gut: Seine Präsenz füllte mühelos den Raum, und seine Stimme klang vertraut – wie ein alter Freund, den man lange nicht gesehen hat.
Spätestens bei Take Me Out gab es kein Halten mehr. Die Menge erwachte spürbar zum Leben: Smartphones schnellten in die Höhe, um Momente festzuhalten, die man früher einfach nur erlebt hat. Aus dem anfänglichen Wippen wurde wieder Tanzen, Springen und echte Euphorie.
Ein Abend zwischen Nostalgie und Gegenwart – vielleicht etwas ruhiger als früher, aber nicht weniger bedeutungsvoll.

31.03.2026 | Zenith | München
© t u n e a r t / Käthe deKoe