33 Jahre Muffatwerk – Das Fest

Das Muffatwerk feierte seinen 33. Geburtstag – und setzte dabei in diesem Jahr ein klares Zeichen für die lokale Musikszene. Statt überregionaler Acts gehörte die Bühne ausschließlich Künstler*innen aus München. Eine Entscheidung, die eindrucksvoll zeigte, wie vielfältig und lebendig die Stadt musikalisch aufgestellt ist.

Mit Saguru, Ceci, Paul Kowol, Telquist, Greenwald und Jesper Munk entstand ein stimmiges Line-up, das atmosphärischen Indie-Sound zwischen Folk, Soul, Alternative und Dream Pop präsentierte. Jeder Act brachte seine eigene Handschrift mit, dennoch wirkte der Abend wie aus einem Guss: emotional, ehrlich und zeitgemäß.

Anstelle großer Rockgesten oder elektronischer Eskalation dominierten intime Momente, fein arrangierte Songs und eine Atmosphäre, die zum Zuhören einlud. Gerade diese Ruhe verlieh dem Abend seine besondere Stärke und machte deutlich, wie facettenreich die Münchner Indie-Szene inzwischen geworden ist.

Nach den Konzerten wurde die Bühne schließlich der Tanzfläche überlassen. Die DJs Max Ferdinand und Phillinger sorgten mit einem reinen Indie-Set dafür, dass der Abend nahtlos weiterging. Die Resonanz auf der Tanzfläche zeigte eindrucksvoll, dass Indie-Musik keineswegs ein Nischenphänomen ist.

Dabei drängt sich einmal mehr eine Frage auf: Warum entstehen in München zwar regelmäßig neue Clubs – während gleichzeitig andere schließen –, das Angebot aber ausschließlich von elektronischer Musik geprägt ist? Abende wie dieser machen deutlich, wie groß das Interesse an Indie-Musik ist. Die volle Tanzfläche sprach eine deutliche Sprache und zeigte, dass hierfür ein nachhaltiger Bedarf besteht.

Vielleicht war der 33. Geburtstag des Muffatwerks deshalb mehr als nur eine Jubiläumsfeier. Er war zugleich eine Erinnerung daran, dass München über eine starke, kreative Indie-Szene verfügt – und dass diese durchaus einen festen Ort verdient hätte, an dem sie regelmäßig zusammenkommen kann.

24.07.2026 | Muffatwerk | München

© t u n e a r t / Käthe deKoe