UH! Batman

Es gibt Konzerte. Es gibt Shows. Und dann gibt es UH! Batman beim Poolbar Festival in Feldkirch – ein Ereignis, auf das die Wissenschaft bis heute keine passende Erklärung gefunden hat.

Bereits vor dem ersten Ton wurde Geschichte geschrieben: Mit der Weltpremiere des preisgekrönten Films „I Never Asked for Fame!“ erhielt das Publikum einen exklusiven Blick hinter die Maske des wohl rätselhaftesten Helden der Musikszene. Zwischen Mythos und Mockumentary blieb am Ende vor allem eine Erkenntnis: Manche Fragen sind spannender, wenn sie unbeantwortet bleiben.

Den akustischen Startschuss lieferten anschließend Topsy Turvy aus Wien. Von wegen gemütliches Warm-up: Die Band schraubte die Energie innerhalb weniger Minuten auf Anschlag und hinterließ eine Bühne, die bereits aussah, als hätte der Hauptact schon gespielt. Ein Irrtum.

Denn dann erschienen UH! Batman and the Mighty Antiheroes.

Was folgte, lässt sich nur schwer als gewöhnliches Konzert beschreiben. UH! Batman scheint inzwischen jede Form des normalen Fortbewegens abgelegt zu haben. Gehen? Überbewertet. Der Mann bewegt sich ausschließlich springend, tanzend oder schwebend durch Raum und Zeit. Irgendwann entstand der berechtigte Verdacht, dass die Schwerkraft an diesem Abend kurzerhand gekündigt hatte.

Mit jedem Song wurde das Spektakel absurder. Die Bühne verwandelte sich in ein permanentes Feuerwerk aus Energie, Euphorie und Konfetti. Die Konfettikanonen liefen derart heiß, dass vermutlich bereits während des zweiten Songs jemand vorsorglich den Hersteller verständigte. Gefühlt wurde im Minutentakt nachgeladen und erneut geschossen, bis das Poolbar Festival zeitweise aussah wie der Endgegner einer Silvesterfeier. Wer am Ende des Abends kein Konfetti in Schuhen, Haaren oder Jackentaschen gefunden hat, war nachweislich nicht dort.

Als hätte das alles noch nicht gereicht, wartete der Abend mit einer weiteren Sensation auf: Robin ist zurück. Das Comeback wurde vom Publikum gefeiert, als wäre ein verschollen geglaubter Superheld plötzlich wieder aufgetaucht. Für einen kurzen Moment schien das Universum wieder vollständig zu sein.

UH! Batman selbst wirkte dabei, als hätte er nie etwas anderes getan, als Menschen zum Tanzen zu bringen. Das Publikum sprang, sang und feierte mit einer Begeisterung, die selbst die Bühne stellenweise an ihre Belastungsgrenze brachte. Die Mighty Antiheroes lieferten dazu den perfekten Soundtrack und machten aus jedem Song eine kleine Explosion – musikalisch wie emotional.

Am Ende blieb ein Konzert, das vermutlich gegen mehrere Naturgesetze verstoßen hat. Feldkirch bekam nicht einfach eine Liveshow zu sehen, sondern ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Chaos, Konfetti und Superhelden-Mythologie. Ob UH! Batman jemals nach Ruhm gefragt hat, bleibt offen. Dass ihm das Poolbar Festival an diesem Abend dennoch zu Füßen lag, daran bestand nicht der geringste Zweifel.

31.07.2026 | Poolbar Festival | Feldkirch

© t u n e a r t / Käthe deKoe