Mit Kochkraft durch KMA haben Das Lumpenpack die ideale Vorband für ihre aktuelle Tour gefunden. Die vier Musiker aus Berlin bringen eine Energie auf die Bühne, die selbst fotografisch kaum einzufangen ist. Ein ziemlich perfekter Auftakt für einen Abend, der noch einiges vorhat.
Das Lumpenpack, ursprünglich aus der Poetry-Slam-Szene hervorgegangen, spielt im Münchner Zenith einen ihrer bisher größten Veranstaltungsorte – und das gerade einmal beim zweiten Konzert ihrer neuen Tour zum aktuellen Album „Bevor dich der Mut verlässt“. Über Schubladen sollte man bekanntlich nicht zu viel nachdenken. Aber wenn man einen Blick ins Publikum wirft und gleichzeitig den Song „Pädagogen“ hört, lassen sich gewisse Parallelen dann doch nur schwer übersehen.
Mit einer ordentlichen Ladung Konfetti startet die Show jedenfalls direkt mit voller Energie. Und praktischerweise ist auch noch Münchens Peter Brugger von den Sportfreunden Stiller im Publikum. Für einen Song kommt er kurzerhand mit auf die Bühne und sorgt damit für einen kleinen Heimspielmoment.
Was den Abend aber besonders macht, ist nicht nur die Musik, sondern die Atmosphäre, die Jonas Frömming und Maximilian Kennel gemeinsam mit ihrem Publikum schaffen. Ansagen, dass man aufeinander achten und Rücksicht nehmen soll, gehören mittlerweile erfreulicherweise immer häufiger zu Konzerten. Bei Das Lumpenpack wirkt es allerdings nicht wie eine bloße Pflichtansage. Hier entsteht tatsächlich eine Atmosphäre, in der man das Gefühl hat: Es geht auch gar nicht anders.
Die Menschen tanzen, springen und feiern – ohne dass daraus ein Gegeneinander wird. Schon vor dem Konzert fällt auf, dass Rücksicht genommen wird: auf Kinder im Publikum, auf kleinere Menschen, darauf, niemandem einfach die Sicht zu versperren. Und auch beim FLINTA*-Moshpit gehört gegenseitiger Respekt ganz selbstverständlich dazu.
Vielleicht ist das am Ende gar kein großes Geheimnis: Je rücksichtsvoller Musikerinnen und Veranstalterinnen miteinander und mit ihrem Publikum umgehen, desto eher färbt diese Haltung auch auf das Publikum ab. Man muss es offenbar nicht kompliziert machen. Es kann ganz einfach sein.








































03.10.2026 | Zenith | München
© t u n e a r t / Käthe deKoe






