Maximo Park

Konzertkritik: Maximo Park & Art Brut in der TonHalle

Es fühlte sich ein wenig an wie ein Klassentreffen der Millennials: In der ausverkauften TonHalle traf man plötzlich Menschen wieder, die man seit Jahren nicht gesehen hatte. Zwischen Biertheken und Garderobe erkannte man alte Gesichter – und musste dabei auch feststellen: Wir sind wohl alle ein bisschen älter geworden.

Doch dieses Treffen hatte einen guten Grund: Maximo Park waren in der Stadt, unterstützt von Art Brut. Letztere hatte ich tatsächlich das letzte Mal live im Atomic Café gesehen – und fotografiert. Das muss inzwischen mindestens elf Jahre her sein.

Auf der Bühne zeigte sich jedoch schnell, dass sich zumindest eines nicht verändert hat: die Energie und der Humor von Eddie Argos. Zwar springen seine Beine heute nicht mehr ganz so hoch wie früher, doch seine Bühnenpräsenz lebt weiterhin von Witz, Charme und diesen herrlich trockenen Anekdoten zwischen den Songs. Besonders amüsant war seine Geschichte über das Älterwerden, illustriert am eigenen Song „My Little Brother“ – der kleine Bruder aus dem Lied ist mittlerweile auch schon 42 Jahre alt. Spätestens da musste das Publikum lachen, vielleicht auch ein wenig über sich selbst.

Dann übernahmen Maximo Park die Bühne. Ohne große Bühnendekoration, ohne visuelle Spielereien – einfach nur ihre Musik. Und die wirkt inzwischen wie ein Katalog an Hymnen für eine ganze Generation.

Im Mittelpunkt steht dabei natürlich Paul Smith. Der Frontmann ist nach wie vor eine absolute Rampensau: große Gesten, elegante Bewegungen, immer wieder Sprünge, die gefühlt bis zur Decke reichen. Dazu dieser unverwechselbare Gesang und eine Bühnenpräsenz, die den Raum mühelos füllt.

Mit jedem Song kamen mehr Erinnerungen hoch. An durchtanzte Indie-Nächte, verschwitzte Clubs und natürlich an das legendäre Atomic Café. Für einen Abend fühlte sich alles wieder ein bisschen so an wie damals – leichter, jünger, unbeschwerter.

Vielleicht sind wir tatsächlich älter geworden. Aber für diese zwei Stunden in der TonHalle fühlte es sich ganz sicher nicht so an.

13.03.2026 | TonHalle | München

© t u n e a r t / Käthe deKoe