Tame Impala

Es war im Vorfeld schon eine kleine Überraschung, dass Tame Impala ausgerechnet in die Olympiahalle gebucht wurden. Eine Location dieser Größe wirkt für ein Projekt, das lange eher zwischen Indie, Psychedelic und Studiointimität oszillierte, beinahe überdimensioniert. Und doch: Es sollte genau so kommen. Am Ende waren nur noch eine Handvoll Tickets verfügbar – ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr sich das Projekt um Kevin Parker in den letzten Jahren vergrößert hat.

Den Auftakt machten Rip Magic, die ihren Supportslot nahezu im Dunkeln absolvierten. Atmosphärisch passte das durchaus zum späteren Hauptact, doch blieb ihr Auftritt trotz solider Performance erstaunlich blass. Es fehlte an Momenten, die sich festsetzen – ein klassischer Fall von „gesehen, aber kaum behalten“.

Tame Impala selbst sind bekanntlich vor allem Kevin Parker – das kreative Zentrum hinter dem Projekt, das bereits 2007 gegründet wurde und eine ganze Generation von Millennials musikalisch begleitet hat. Umso auffälliger war der Blick ins Publikum: Statt nostalgischer Rückschau dominierte eine sehr junge Crowd das Bild. Für viele schien es eines der ersten Konzerte überhaupt zu sein. Auffällig auch die visuelle Homogenität – zahlreiche weiße Oberteile ließen die Menge fast wie eine zeremonielle Versammlung wirken, irgendwo zwischen Popkultur und Andacht.

Parker spielte bewusst mit dieser Wahrnehmung. Ein inszenierter Moment zeigte ihn angeblich auf dem Weg zur Toilette, begleitet von Kameras – nur um kurz darauf auf der gegenüberliegenden Seite der Halle wieder aufzutauchen. Dort, auf einer kleineren, intimeren Bühne, nahm er Platz zwischen Kissen und Decken, spielte elektronische Skizzen auf Keyboards und schuf einen Kontrast zur monumentalen Hauptbühne. Es war einer der wenigen wirklich nahbaren Augenblicke des Abends.

Denn ansonsten setzte die Show vor allem auf Größe. Und hier lag ihre größte Stärke: die visuelle Inszenierung. Die Licht- und insbesondere die Lasershow war schlicht atemberaubend. Farben, Bewegungen und Raumwirkung verschmolzen zu einem audiovisuellen Erlebnis, das die Musik nicht nur begleitete, sondern ihr eine zusätzliche Dimension verlieh.

Am Ende bleibt ein Konzert, das weniger durch einzelne musikalische Höhepunkte als durch seine Gesamtästhetik in Erinnerung bleibt. Ein Abend fürs Auge – und ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sehr sich Tame Impala vom introspektiven Studioprojekt zur großformatigen Liveshow entwickelt haben.

16.04.2026 | Olympiahalle | München

© t u n e a r t / Käthe deKoe