Kevin Morby

Der letzte Abend einer Tournee birgt immer eine ganz besondere Magie – und das Gastspiel von Kevin Morby im fast ausverkauften Münchner Technikum bildete da keine Ausnahme. Bis auf wenige Restkarten war die Halle restlos gefüllt mit einem bemerkenswert generationenübergreifenden Publikum. Von treuen Fans der ersten Stunde bis hin zu jüngeren Musikbegeisterten waren alle Altersklassen vertreten, um den amerikanischen Singer-Songwriter gebührend zu verfeiern.
Schon das Vorprogramm setzte ein echtes Highlight in Sachen kollegialer Harmonie: Support-Act Liam Kazar teilte sich kurzerhand die Rhythmusfraktion – bestehend aus Bass und Schlagzeug – mit dem Hauptact des Abends. Ein cleverer Schachzug, der sich später doppelt auszahlte. Denn als Kevin Morby schließlich die Bühne betrat, wechselte Kazar kurzerhand die Rolle und griff für Morby selbst als versierter Gitarrist in die Saiten.

Die Bühne präsentierte sich derweil als optisches Kunstwerk: Liebevoll und ausladend mit kleinen und großen Sonnenblumen geschmückt, verströmte das Setting sofort eine warme, fast spätsommerliche Festival-Atmosphäre.
Wer bei dem Begriff „Singer-Songwriter“ an melancholische Musiker denkt, die starr hinter ihrem Mikrofonständer verharren, wurde von Kevin Morby ab der ersten Sekunde eines Besseren belehrt. Gleich zu Beginn des Sets gab es im Publikum kein Halten mehr – was nicht zuletzt an Morbys mitreißender Bühnenpräsenz lag. Dynamisch, voller Tatendrang und sichtlich spielfreudig hüpfte er zwischen den einzelnen Liedzeilen immer wieder über die Bretter und steckte die Halle mit seiner Energie an.

Im Zentrum des Abends standen unter anderem die Songs seines aktuellen Albums Little Wide Open. Live entfalteten die neuen Stücke genau das, was sie auch auf Platte versprechen: Sie klangen angenehm, ungemein stimmig und fügten sich perfekt in das ohnehin starke Repertoire des Musikers ein.

Ein Tourfinale wie aus dem Bilderbuch. Kevin Morby bewies im Technikum eindrucksvoll, dass handgemachte Songwriter-Kunst und absolute Live-Energie keine Gegensätze sein müssen. Ein Abend, der noch lange nachklingt.