Von der ersten Sekunde an gab die Band aus Baltimore Vollgas. Sängerin Shawna Potter wirkte dabei wie ein menschlicher Kreisel – und ihr Headbangen schien selbst beim Singen nicht aufzuhören. Energie, Wut und jede Menge Spaß waren von Beginn an spürbar.
Am Sonntagabend hätte das Milla allerdings durchaus noch ein paar Menschen mehr vertragen können. Für eine Band wie diese war der Saal leider nicht ganz so voll, wie man es ihr wünschen würde. Der Stimmung tat das jedoch überhaupt keinen Abbruch. Die Band hatte sichtlich Spaß auf der Bühne, und auch das bunt gemischte Publikum ließ sich sofort mitreißen.
Gerade nach dem erschreckenden Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt tat es gut, den Kopf für einen Abend frei zu bekommen und eine so deutlich politische und feministische Band zu erleben. Denn auch in ihrer Heimat USA haben Shawna Potter und ihre Band gerade mit einer politischen Entwicklung zu kämpfen, die von rechtsradikalen und extremistischen Tendenzen geprägt ist. Ihre Haltung ist dabei kein aufgesetztes Bühnenstatement, sondern gehört ganz selbstverständlich zu ihrer Musik und ihrem Auftreten.
Selbst die einzige Ballade des Abends war so verpackt, dass man sie als Außenstehende*r kaum als solche erkannt hätte: Sie handelte schlicht von Shawna Potters Hund. Ein wunderbar unprätentiöser Moment zwischen all der Energie.
Und auch abseits der Bühne ist diese Band alles andere als gewöhnlich. Die Mitglieder sind vielseitig interessiert und in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig: von einer NASA-Satellitendatenwissenschaftlerin über eine Autorin, die Leiterin eines Girls Rock Camps, eine Verstärkerdesignerin und eine Toningenieurin bis hin zur Gitarristin von Jawbox. So unterschiedlich ihre Hintergründe auch sind, auf der Bühne ergibt sich daraus eine Einheit, die vor allem eines vermittelt: Haltung, Energie und verdammt viel Freude an dem, was sie tun.
























06.09.2026 | Milla | München
© t u n e a r t / Käthe deKoe






